Kommentar zu einer “Satire”, in der TAZ Autor/In u.a. fordert, Polizisten auf den Müll zu werfen.

von Hanna Rheinz

Wie groß die Verwerfungen in diesem Land doch sind! Da wird ein Text veröffentlicht als “Satire”, der eine Schande für jeden Autoren und Journalisten ist. Menschen werden hier verunglimpft, die unsere wichtigsten Garanten für einen Rechtsstaat sind: Polizisten.

Es ist für mich als früherer TAZ-Autorin nicht nachvollziehbar wie ein journalistisch so übler, verleumderischer und haßerfüllter Text als “Satire” hat veröffentlicht werden können.

Die TAZ begann ihre Karriere als alternative Zeitung, von ihren Lesern wirtschaftlich ermöglicht. Was ist aus ihr geworden? Könnte es sein, daß die TAZ hier für eine globale Haß-Leserschaft im Sinne einer in den USA florierenden Bewegung wie “Black Lives matter” schreiben läßt? Hat der Autor/die Autorin so wenig Kenntnisse von den Verhältnissen in Deutschland, daß er/sie die Verhältnisse in den USA auf dieses Land projiziert?

Es wäre gut, wenn die TAZ sich einmal um die wirklichen Probleme der Menschen in diesem Land kümmert anstatt Hysterien abzuarbeiten, die vielleicht bei den sozialen Medien durchgehen, aber unter Menschen, die beruflich für die Öffentlichkeit arbeiten, verpönt sein sollten. Ein solcher Text, eine Förderung von Einstellungen, die auf Haß, Ausgrenzung, Feindbilder hinauslaufen, und einen ganzen Berufsstand verunglimpfen, zu deren Arbeit es gehört das demokratische Zusammenleben in diesem Land zu schützen, ist nicht akzeptabel.

Ist der Standort Berlin so toxisch geworden, daß er zu Realitätsverlust führt und eine nüchterne Urteilsbildung verhindert? Hier wird die Verantwortung des gesamten journalistischen Berufsstandes mit Füßen getreten. Diese Verantwortung bezieht sich auf die Menschen dieses Landes, von denen viele unter erbärmlichen Bedingungen leben, schlecht bezahlt, von Obdachlosigkeit bedroht oder wegen Wohnungsnot und Verarmung ins Abseits gedrängt.

Vergessen ist auch, daß Polizisten und Journalisten vieles gemeinsam haben. Beide Berufsstände definieren sich durch den Schutz der Werte, die unser Zusammenleben erst möglich machen. Beide setzen sich für die Erhaltung der demokratischen Strukturen unserer Gesellschaft ein, Grundlage einer Kultur, die freie Meinungsäußerungen schützt, und ihren Mißbrauch verhindert.