Herbst 2019

Sie sind verschwunden!

Ja, da kommt man ins Grübeln. Texte, Veröffentlichungen, Links verschwinden. Hacker tummeln sich im Hintergrund. Die Festplatte versagt, Du nimmst ein neues Notebook in Betrieb – dabei können locker einige Monate vergehen, Du nimmst dich nach jahrelangen Zweifeln einer alten Webseite an, um dem Verschwinden deiner Arbeiten zumindest auf Webseiten-Ebene entgegen zu wirken, Du verzweifelst an der nicht nachvollziehbaren Logik der WordPress Themes, Du belästigst im Morgengrauen die Hotline von Host Europe, die überraschenderweise funktioniert, da arbeitet noch jemand anderes, du kommst wieder einige Zentimeter weiter, alles in allem sind wieder Monate vergangen, dann als das Verschwinden zum Albtraum wird, raffst du dich nochmals zusammen und schmeißt – Online, zuweilen – neue Hardware!!!, immer wieder von feindlichen Festplatten und Softwareattacken vernichtete USB-Sticks -, JA sogar Offline – verschwundene Texte ins Netz. Ja ich liebe Schachtelsätze! Sollt ihr mich doch verfluchen. Übrigens, dies ist erst der Anfang. Wobei ich mir fest vornehme irgendwann auch mal der Leser an Handies, sogenannter Smart-Phones zu gedenken, die die blödesten von allen (Formaten) sind.

Aktualisierter DISCLAIMER vulgo JAMMERLAPPEN:

Wobei ich betonen möchte, hier handelt es sich nicht um

Hate–Speech,

sondern allenfalls um

Self-Hate-Speech.

Soll die auch noch verboten werden?

Sommer 2019

Dies sind Worte, Gedanken, Wege, Welten.

Dies bin ich. Ich will mich vom Konsum des Virtuellen befreien. Zurück zu dem, was längst verloren gegangen ist.

Ich bin gefesselt von dem, was da ist. Eingesperrt im Irrealen. Verfolgt von Spam und Hackern. Online Trug-Gespinsten.

Immer, wenn die Zeiten besonders unerträglich sind, beginnen viele sich an ihre Herkunft, an die Wurzeln des Menschseins zu erinnernern. Es ist die Freiheit. Die Wahl. Für das Leben. Raus aus den Käfigen. Raus aus den Abhängigkeiten. Aus der Zensur. Der Einschüchterung. Dem Manipuliert werden.

Ich habe schon lange so gelebt. Doch ich wußte es nicht. Erst seit 1990, erst seit der Einflutung des Virtuellen ins Leben bin ich aus dem Traum der Freiheit und Demokratie aufgewacht. Ich habe um mich geblickt und die beginnenden Unfreiheiten beobachtet. Ich habe sie beschrieben. In Texten, Zeitungsartikeln, Essays. Sie wurden gelesen, gelobt.

Sie sind verschwunden.

Hier will ich diese über mehrere Jahrzehnte entstandenen Text wieder an die Öffentlichkeit bringen, damit andere sie lesen können. Vielleicht haben die Worte die Kraft, Menschen zum aufwachen zu bringen. Vielleicht gelingt es ihnen wieder an unsere Freiheit, an unseren Wunsch nach Gerechtigkeit zu erinnern. Sie sozusagen wieder zu reaktivieren. Dieser technische Begriff beschreibt wie ein Aufwachen, ein wieder in Besitznehmen aussehen kann. Es ist mit Härte und Konsequenz gegen sich selbst verbunden.. Mit dem Beharren auf Kontinuität, jenem Schutz, der unserem Lebens Sinn und Richtung gibt, und der heute in tausend Stücke zerhackt und vom Wind in alle Richtungen zerstreut wird. Wir haben keine andere Wahl. Wenn wir nicht aufwachen, werden wir für immer in den menschenleeren Welten unserer Selbst-Sucht verloren sein. Wacht auf oder sterbt weiter.

Wenn es früher besonders schlimm wurde, begannen sie zu singen, “Die Gedanken sind frei”, ein deutsches Lied, oder “Vivre libre ou mourir”, eine Parole der Befreiungsbewegungen in vielen Ländern der Welt.